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Meinhardt, Gieseler & Partner mbB
Kanzlei für Wirtschaftsrecht
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90489 Nürnberg
BAG sieht mittelbare Diskriminierung bei Stellenausschreibungen.

Das Bundesarbeitsgericht hat in einem Urteil vom 15.12.2016 – Aktenzeichen 8 AZR 454/15, einem Bewerber eine Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG zugesprochen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Stelle ausgeschrieben, in der ein "Junior Sachbearbeiter" gesucht wurde. In der Ausschreibung hieß es u.a.:

"Für unseren Hauptsitz in … suchen wir eine Person, die gerade frisch gebacken aus einer kaufmännischen Ausbildung kommt …"

Das Bundesarbeitsgericht sah darin eine mittelbare Diskriminierung, da diese Anforderungen auf junge Arbeitnehmer zugeschnitten seien und nicht auf ältere. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Beweislast für eine Rechtfertigung beim Arbeitgeber liegt, was regelmäßig zur Folge hat, dass Entschädigungszahlungen zu leisten sind.

In diesem Zusammenhang ist auch ausdrücklich davor zu warnen, in Stellenangeboten aufzunehmen, dass Berufsanfänger oder Mitarbeiter mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung gesucht werden. Auch hier stünde eine mittelbare Diskriminierung im Raum.


Christian Prauser
Fachanwalt für Arbeitsrecht

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