Smalltalk-Wissen: Kryptowährung, Bitcoin und Blockchain

 

Währungen sind eigentlich staatliche, analoge Werteinheiten, die als Zahlungsmittel den Tauschhandel von Waren oder Dienstleistungen entbehrlich machen. Kryptowährungen sind dagegen bislang nur private Werteinheiten, die nicht analog, sondern nur digital existieren und als Zahlungsmittel eingesetzt werden können.

 

Die erste staatliche Kryptowährung ist der kürzlich von Venezuela eingeführte "Petro". Dieser Schritt dürfte auch vor dem Hintergrund der hyperinflationären venezolanischen Währung Bolívar zu sehen sein. Eine gegenteilige Entwicklung ist in China zu beobachten: Chinesische Behörden planen angeblich, den Zugang zu in- und ausländischen Börsen für Kryptowährungen zu blockieren.

 

Kryptographie als Namensgeber der Kategorie "Kryptowährung" ist der Name der Wissenschaft, welche sich mit der Verschlüsselung von Informationen und damit im weiteren Sinne mit Informationssicherheit beschäftigt. Das praktische Ziel der Kryptographie ist es, Daten gegen unbefugte Kenntnisnahme und Manipulation zu schützen.

 

Wichtige Kryptowährungen - es existieren ca. 1.500 verschiedene - heißen Bitcoin, Ethereum, Ripple oder Litecoin. Diese digitalen Währungen basieren auf einer dezentralen und globalen sowie praktisch fälschungssicheren Datenbank. Diese Datenbank heißt Blockchain und ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, genannt "Blöcke", welche mittels kryptographischer Methoden miteinander verkettet sind. Die Funktionsweise ähnelt dem Journal in der Buchführung: Sämtliche Transaktionen werden chronologisch und lückenlos erfasst. Dieses Prinzip wird auch als "Internet der Werte" (Internet of value) bezeichnet. Eine Blockchain ermöglicht es, in einem dezentralen Netzwerk sämtliche Ereignisse fälschungssicher und aufeinander aufbauend zu speichern. Die ältestes noch im Betrieb befindliche Blockchain ist die der Kryptowährung Bitcoin aus 2009.

 

Kryptowährungen können auf Handelsplattformen zu aktuellen Kursen gehandelt werden und dienen dadurch nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als Spekulationsobjekt. Vor allem seit Mai 2017 stiegen die Handelskurse vieler Kryptowährungen stark an, was in einem enormen Hoch zum Jahreswechsel 17/18 führte, auf welches ein zwischenzeitlicher "Absturz" im Januar und Februar 2018 folgte.

 

Für den Besitz von Kryptowährungen wird eine entsprechende Zahlungsstelle (Wallet) benötigt. Dies ist eine Art virtuelle Brieftasche und ermöglicht, etwa Bitcoins zu versenden und zu empfangen. Bitcoins werden nicht emittiert oder von einer Zentralstelle "gedruckt". Sie entstehen vielmehr als Gebühr für Transaktionen. Menschen transferieren Bitcoins über das Bitcoin-Netzwerk. Das Bitcoin-Netzwerk wickelt diese Transaktionen ab, indem es alle Transaktionen eines bestimmten Zeitraums sammelt und in der Blockchain zusammenfügt. "Miner" oder "Schürfer" bestätigen diese Transaktionen und tragen diese in die Blockchain ein. Entlohnt werden diese Dienstleister dafür in Bitcoin. Diese Generierung von Bitcoin heißt "Mining". Mit dieser Funktionsweise ist Bitcoin - systemtheoretisch gesehen - ein autopoietisches System, da es sich selbst autark reproduziert.

Rechtsanwalt Vincent Clauß

 

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